Claudia Greve

Warum ich hier arbeite

Claudia GreveUrsprünglich aus dem kaufmännischen Bereich kommend und Mutter zweier Kinder, hatte ich bis vor ca. 2,5 Jahren nie daran gedacht, dass es mir läge, mit „Behinderten“ zusammen zu arbeiten. Dann bot sich mir die Gelegenheit, in der AWG zu hospitieren und ich blieb gerne. Die Bewohner eröffnen mir eine ganz neue Sichtweise auf unser „normales“ Leben, motivieren mich, auch meine eigenen Verhaltensweisen zu überdenken und fordern mich jeden Tag aufs Neue heraus, im Positiven wie auch im Negativen. Ich weiß vor Arbeitsbeginn nie, was auf mich zukommt, wie die Bewohner „drauf sind“ und wie ich den Tag beenden werde. Das kann anstrengend sein, hält aber auch gedanklich unglaublich flexibel. Im Gegensatz zu „gesunden“ Menschen verstellen sich unsere Bewohner nicht. Sie sind, wie sie sind, authentisch, und das ist eine großartige Eigenschaft. Jeder Einzelne zeigt mir, ob er/sie mir gerade wohlgesonnen ist oder nicht, mal wird man umarmt, mal weggeschubst. Manchmal ist man auch nur „Mittel zum Zweck“. Und auch ich brauche mich nicht zu verstellen, ein Aspekt, den ich genieße. Die Bewohner haben meinen größten Respekt vor ihrer Gabe, mir ihr Vertrauen und ihre Zuneigung entgegen zu bringen, selbst wenn ich sie mir noch gar nicht verdient habe. Vor allem im Hinblick auf ihre mitunter dramatische Vergangenheit. Ich kann viel geben und bekomme viel zurück. Natürlich bringen mich manche Situationen auch an meine eigenen Grenzen. Doch so schwierig sich der Moment auch gestalten mag, ich weiß, wir meistern die Situation zusammen, der Moment geht vorüber. Danach haben wir wieder Spaß. Zusammen.

Nun denke ich: Es liegt mir!

Claudia Greve
arbeitet hauptsächlich in den Abendstunden

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